Sanierung & Kulturstadel
Vom Gemeindebauhof zum Herzstück des Ampfinger Kulturlebens – eine Sanierung, die Geschichte und Gegenwart verbindet.
„Vom Bauhof zum Kulturstadel – ein Ort kehrt zu den Menschen zurück."
Gemeinde AmpfingBehutsame Erneuerung eines Baudenkmals
Der Zitzmerstadl war über Jahrzehnte hinweg als Gemeindebauhof genutzt worden – eine zweckmäßige, aber dem historischen Wert des Gebäudes nicht gerecht werdende Verwendung. Die Gemeinde Ampfing entschied sich, den Bundwerkstadl aus dem Jahr 1860 einer umfassenden Sanierung zu unterziehen und ihn als Kulturstadel neu zu beleben.
Ziel war dabei nicht die museale Konservierung, sondern die lebendige Wiederbelebung: Das Gebäude sollte wieder zum Mittelpunkt der Gemeinschaft werden – offen für Vereine, Familien, Brautpaare und die gesamte Ampfinger Bevölkerung.
Die Sanierung erfolgte unter den strengen Auflagen des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege. Jeder Eingriff wurde sorgfältig mit den Denkmalschutzbehörden abgestimmt, um die historische Substanz zu erhalten und gleichzeitig eine zeitgemäße Nutzung zu ermöglichen.
Vorher & Nachher
Ziehen Sie den Regler, um Vorher und Nachher zu vergleichen.
Links: Zustand 2017 als Gemeindebauhof. Rechts: fertiggestellter Zitzmerstadl nach der Sanierung 2025/2026. Schieberegler zum Vergleich verschieben.
Der Weg zur Eröffnung
Was entstand
Kulturstadel
Flexibel nutzbarer Veranstaltungsraum für die rund 50 Ampfinger Vereine. Mehrere Bestuhlungsvarianten – von Reihenbestuhlung bis Bankett. Kapazität: [PLATZHALTER: Personenzahl] Personen.
Trauzimmer
Feierlicher Raum für standesamtliche Trauungen – eingerichtet im historischen Gemäuer des Bundwerkstadls. Buchung über das Standesamt Ampfing.
Außenbereich
Der Außenbereich rund um den Stadl bietet Raum für Märkte, Festlichkeiten und geselliges Beisammensein unter freiem Himmel.
Die Namen von Architekturbüro, Statik- und Zimmereibetrieb werden nach Freigabe durch die Gemeinde ergänzt. [PLATZHALTER: Architekturbüro, Statikbüro, Zimmererbetrieb]
Wie man einen Stadel stabilisiert, ohne ihn zu verfälschen
Die Dimensionen des Gebäudes machten jeden Eingriff zur Grundsatzentscheidung.
Eine von Anfang an sparsame Konstruktion
Auf dem massiven Sockel sitzt ein Holztragwerk aus 13 durchgehenden Binderachsen. Schon die Erbauer sparten Holz, wo es ging: Nur in einzelnen Achsen spannt ein großer Querbalken durch, in den Achsen dazwischen fehlt er. Die Aussteifung in Querrichtung übernehmen allein dünne Kopfbänder. In Längsrichtung ist das Gebäude durch die Gitterträger des Bundwerks deutlich besser ausgesteift.
Diese von Haus aus weiche Konstruktion wurde durch die spätere Industrienutzung weiter geschwächt – mehrere Kopfbänder, die beim Siloeinbau im Weg waren, wurden einfach entfernt. Dazu kamen über Jahrzehnte Feuchteschäden, Fäulnis und Insektenbefall im Holztragwerk. Dass es nicht schlimmer kam, lag ausgerechnet am ungeliebten Eternitdach, das vergleichsweise dicht war.
Die Lösung: eine Stahlkonstruktion im Inneren
Das Statikbüro kam zu einem klaren Ergebnis: Selbst bei vollständiger Wiederherstellung aller bauzeitlichen Verbindungen würde das Tragwerk die zusätzlichen Lasten einer neuen Dachdeckung nicht aufnehmen können. Deshalb steht heute eine Stahlkonstruktion im Gebäude, die aussteift, Lasten abträgt und das Gesamtsystem stabilisiert – sichtbar, reversibel und klar als Zutat des 21. Jahrhunderts erkennbar.
Zimmermannsmäßige Reparatur statt Austausch
Wo das Holz faul war, wurde es bis auf den gesunden Kern zurückgeschnitten und das neue Holz kraftschlüssig mit dem alten verbunden. An den hellen Hölzern lässt sich noch heute jede Schadstelle ablesen – ein offenes Protokoll der Sanierung. In den kommenden Jahren wird das neue Holz nachdunkeln und sich dem Bestand angleichen; in etwa zehn Jahren wird der Aufwand kaum mehr erkennbar sein.
Der Boden wurde aufgedoppelt und hinterlüftet, sodass das Tragwerk nicht mehr im Feuchten steht; die Luftöffnungen sind sichtbar belassen. Für die Wände fand die Architektin eine Lösung für ein unlösbar scheinendes Problem: Über Jahrzehnte war mit allerlei verschiedenen Ziegeln ausgebessert worden, ein Flickenteppich, den man weder so lassen noch komplett ersetzen konnte. Die Wände wurden weiß geschlemmt – die Struktur bleibt sichtbar, das Bild wird ruhig. Wer genau hinsieht, findet die Ausbesserungen noch.
Was es gekostet hat – und wer es bezahlt hat
Rund fünf Millionen Euro flossen in Stadel und Nebengebäude. Der Großteil kam aus der Städtebauförderung.
Gesamtinvestition
| Stadel (Sicherung & Ertüchtigung) | rd. 3,0 Mio. € |
| Nebengebäude mit Trauzimmer und Sanitäranlagen | rd. 2,0 Mio. € |
| Summe | rd. 5,0 Mio. € |
Wer es getragen hat
überwiegend Städtebauförderung
Zum Vergleich: Das erste Angebot von 2015 für die bloße Sicherung des Bestands – ohne Nutzbarkeit, ohne gestalterische Verbesserung – lag bei 850.000 Euro, vollständig zu Lasten der Gemeinde. Dass am Ende ein nutzbarer Kulturstadel entstand und die Gemeinde dafür nur rund das Anderthalbfache dieser Summe selbst aufbringen musste, ist das Ergebnis der Entscheidung, das Gebäude einer echten Nutzung zuzuführen.
Die Zahlen beruhen auf Angaben beim Rundgang zum Tag des offenen Denkmals am 13. September 2026 und sind gerundet. [PLATZHALTER: exakte Zahlen und Förderprogramme von der Gemeinde bestätigen lassen]
Gemeinde Ampfing
Trägerin des Zitzmerstadls ist die Gemeinde Ampfing. Der Stadel bleibt in öffentlichem Besitz und dient ausschließlich der Gemeinschaft – als Veranstaltungsort für Vereine, als Trauzimmer des Standesamts und als Begegnungsort für alle Bürgerinnen und Bürger.
Ampfinger Vereine können den Stadl für Veranstaltungen nutzen; Anfragen laufen über die Gemeindeverwaltung.